Den Ausklang des KulturKanal-Jahres 2010 setzte der Klangkünstler Christof Schläger mit Schwingungen am 1. Oktober im Hafen Wanne-Ost in Herne. In einer einzigartigen Mischung choreografierte er ein Gesamtkunstwerk aus Klangkonzert, Maschinenbewegung, Lichtinszenierung und Pyrotechnik. Ursprüngliche technische Signalgeber von Schiffen verwandelten sich nach intensiven Umbauten in futuristische Klangobjekte. Positioniert entlang des Rhein-Herne-Kanals begleiteten Betonpumpen und Greifbagger die Klanghörner. Die Regie und Choreografie entwickelte Seta Guetsoyan und die niederländische Künstlerin Marjon Smit.

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Auszug aus dem 27. Newsletter Herne2010.de
SCHWINGUNGEN AM KANAL
Es war ein Knalleffekt zum Abschluss des Kulturkanals: Die Industrieoper des Künstlers Christof Schläger. "Schwingungen" beschallte am 1. Oktober den Wanner Osthafen mit einer eigens komponierten Musik und tauchte die Industrielandschaft in wunderbare Lichteffekte. Fast 4 000 Menschen waren dabei. Kathrin Brodherr, Mitarbeiterin des Presseamtes der Stadt Herne, hat das Spektakel verfolgt und in einem Artikel zusammengefasst:
Sie sahen und hörten ein beeindruckendes Spektakel. Rote bengalische Feuer leuchten am Kanalufer und über dem Rhein-Herne-Kanal, im Hintergrund die sieben Betonpumpen vor dunklem Nachthimmel. Musik und Feuerwerk sorgten für Stimmung, 116 eigens für die Industrieoper geschaffene Instrumente wie Schiffshörner, Druckluft- und Windpfeifen sorgten für "Schwingungen" über dem Kanal. Erst erschallte Musik auf der einen Kanalseite, dann kam die Antwort von der anderen. Mal in kurzen, schnellen Abfolgen, mal in ruhigeren, hypnotischen – unterbrochen vom fröhlichen Hupen zweier Signalhörern, die auf einem Waggon montiert von einer Diesellok über das Gelände gezogen wurden. So konnte ein Klangraum von rund einem halben Quadratkilometer Größe entstehen.
Den größten Anklang bei den Besuchern fanden die Lichteffekte. Das erste begeisterte "Ah" entrang sich den Zuschauerkehlen, als nach 20 Minuten Spielzeit vom Südufer aus rote "Watercakes" in den Rhein-Herne-Kanal abgefeuert wurden. Diese "Wasserkuchen" (schwimmende bengalische Feuer) bildeten den Auftakt der stimmungsvollen Lichtinszenierung in rot, weiß und gegen Ende auch blau.
Bengalische Feuer beleuchten das Kanalufer. Darüber zwei Baggerarme, die gerade silberne, hell angestrahlte Blechteile wie einen Lamettaregen fallen lassen - Szenenapplaus für das Baggerduett.
Sieben angestrahlte Betonpumpen-Riesen bewegten sich langsam zur Musik, an ihren Spitzen entzündeten sich mal weiße, mal rote Pyrotechnik-Effekte. Passend dazu wurde unter ihnen auch das Südufer von bengalischen Feuern erleuchtet.
Vor nachtschwarzem Himmel erstrahlen sechs Betonpumpen in blauem Licht, das sich auf dem Kanalwasser widerspiegelt. Im Vordergrund unscharf durch die Bewegung: zwei kleine Boote mit roten und weißen Lichtern. Ein einmaliger Abschied für den Kulturkanal. "Ein Kunstmuseum hat jede Stadt im Ruhrgebiet, eine Industrieoper haben nur wir", sagte Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck.
Lokale Projektpartner und Sponsoren:
Stadt Herne, Schwing Betonpumpen, STEAG Kraftwerk, Zöllner GmbH, Festo AG Esslingen, Wanner Herner Hafen und Eisenbahn GmbH, Helix Art Vof, Scheibe Stahl-Service GmbH & Co. KG, Fa. REBO Metallaufbereitungs- und Entsorgungs-GmbH, Regionalverband Ruhr.
Weitere Informationen unter:
www.herne2010.de/rm/probelauf-fuer-das-hornkonzert
www.herne2010.de/rm/
Audioslideshow
Videos Schwingungen von Christof Schläger:
Video 1,
Video 2